Sicherheitsgläser – transformierte Gläser

Verbundsicherheitsglas (VSG)

VSG besteht aus zwei oder mehreren Scheiben, die mit PVB-Folien (Polyvinyl-Butyral) fest verbunden sind. Die Sicherheitswirkung beruht auf der hohen Reissfestigkeit der PVB-Folie und ihrer starken Haftung am Glas. Bei mechanischer Überbelastung bricht das Glas zwar, aber die Bruchstücke haften an der Folie. Dank UV-absorbierender Wirkung hat die Folie eine UVA-Transmission unter 1%. Bei VSG sind unzählige Aufbauvarianten denkbar. Sicherheitsrelevant sind folgende Wirkungsweisen: durchwurfhemmend, durchbruchhemmend, durchschusshemmend, sprengwirkungshemmend.

Spezialgläser aus einer Kombination von verschiedenen Gläsern, PVB-Folien und weiteren Materialien: VSG mit Mattfolie und/oder Farbfolien oder mit bedruckten Folien (Fünffarbendruck); VSG mit Gussglas; Alarmglas (mit Alarmdrahteinlage); Heizglas (mit Heizdrahteinlage). VSG mit Giessharz-Schicht oder – heute aktueller – mit speziellen PVB-Folien: für erhöhten Schallschutz (Stadip Silence, Sound Control).

Einscheibensicherheitsglas (ESG)

ESG ist ein thermisch behandeltes Float- oder Gussglas. Bricht es, zerfällt es in ein loses Netz von kleinen stumpfkantigen Bruchstücken. Dieses Bruchverhalten hilft, ernsthafte Verletzungen zu vermeiden. Die durch den Herstellungsprozess bedingten physikalischen Eigenschaften von ESG (Zugspannungen im Innern, Druckspannungen aussen) erlauben höchstens eine Oberflächenbearbeitung. ESG ist erhöht schlagfest für weichen und harten Stoss und hat eine 4 x höhere Temperaturwechselbeständigkeit als Floatglas. Ausführungsvarianten: farbiges Glas, Sonnen- oder Wärmeschutzglas, Gussglas (kein Drahtglas), mit Siebdruck oder Emaillierung, mit Alarmspinne.

Teilvorgespanntes Glas (TVG)

TVG ist ein thermisch behandeltes Floatglas – also ein monolithisches Glas, kein Sicherheitsglas. Sein Einsatzgebiet liegt aber in der Nähe der Sicherheitsgläser. Verbundsicherheitsglas aus TVG kann erhöhte mechanische Belastungen aufnehmen (z.B. Schneelasten auf Dachgläsern) und erträgt Temperaturwechsel recht gut. Sein weiteres Einsatzgebiet: Glasbrüstungen oder Ganzglastüren. Im Bruchfall bleibt eine gewisse Reststabilität erhalten, da das Bruchbild viel grössere Scherben aufweist als bei VSG aus ESG.

Bruchresistenz im Test

Nicht sichtbare Verunreinigungen im Glas können bei einem Einscheibensicherheitsglas ESG zum Spontanbruch führen. Mit einem Test lassen sich diese Scheiben mit einer Sicherheit von mehr als 99,9 % aussortieren. Dabei werden die Gläser einer Temperatur von 290°C ausgesetzt mit dem Ziel, dass die Fremdkörper im Glas – wegen ihrer anderen Wärmeausdehnung – zum Bruch des Glases führen. Der Bruchresistenztest ist dann wichtig, wenn das Glas später unterschiedlichen und rasch wechselnden Temperaturen ausgesetzt ist (z.B. emaillierte Fassadenplatten).